Interview mit der Illustratorin Flor García Merino

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Interview mit der Illustratorin Flor García Merino

Nach Mariona Bosch

Derzeit widme ich mich überwiegend Auftragsarbeiten, aber immer wenn ich etwas Luft habe, engagiere ich mich in neuen Projekten. Das letzte wichtige Projekt war die Gestaltung einer Marke für angewandte Illustration mit Siebdrucktechnik, die sich TacaMaca nennt und wann ich nur kann arbeite ich daran. Die Idee des E-Commerce ist sehr interessant, da sie es Ihnen ermöglicht, mit Ihren Kreationen viele Länder zu erreichen.

Wie wirkt sich die Tatsache, dass Sie unterrichten, auf Ihren kreativen Prozess aus? Hat die Lehrertätigkeit die Entwicklung Ihres Stils im Lauf der Jahre beeinflusst oder ist ihr kein wesentlicher Einfluss beizumessen?

Zweifellos ist die Tatsache des Unterrichtens auf allen Ebenen sehr bereichernd. Beim Lehren lernt man auch selbst, von dem Augenblick an, in dem man den Schülern die Aufgaben stellt, durch ihr Feedback und beim Lösen der von ihnen aufgeworfenen Fragen. All das trägt zu beweglicherem Denken bei und vermittelt Zuversicht, was dann bei der Auftragsarbeit spürbar wird. Möglicherweise hat sich das Unterrichten auch auf meinen Stil ausgewirkt, ich kann es wirklich nicht sagen. Ich glaube, es macht sich eher auf konzeptueller Ebene und beim Selbstvertrauen bemerkbar.

ilustración f.m.

Wie wirkt sich die die digitale Bildverarbeitungstechnologie auf Ihren kreativen Prozess aus? Mit welchen der digitalen Tools fühlen Sie sich am wohlsten?

Meiner Ansicht nach ist die Technik zu Prozessoptimierung und effizienterer Arbeitsgestaltung hilfreich. Früher erstellte ich zum Beispiel Skizzen und bearbeitete sie dann am Lichttisch weiter, bevor ich zur Farbe überging. Jetzt halte ich mich nicht mehr so lange auf und oftmals überspringe ich die Arbeit am Lichttisch. Ich scanne die erste Skizze einer Illustration und bearbeite sie am Bildschirm weiter. Viele Figuren erstellte ich dank der Grafikpalette bereits direkt am Bildschirm. Man kann sagen, dass die Grafikpalette mein Leben verändert hat.

In Bezug auf Software arbeite ich immer mehr mit Illustrator und weniger mit Photoshop. Ich dachte ich würde mich nie an Illustrator gewöhnen, aber wir verstehen uns immer besser.

Welchen anderen Illustratoren fühlen Sie sich verwandt? Woher beziehen Sie Ihre Inspiration: Illustratoren, Maler, Bildhauer? Oder vielleicht dem Kino und dem Comic?

Ich fühle mich vor allem den hiesigen Illustratoren nahe; mich begeistert was in Barcelona gemacht wird: Mariscal, Imma Pla, Sebastià Serra, Mariona Cabassa, Rebeca Luciani … Ich könnte pausenlos weitere Namen nennen, und selbstverständlich Sesé und Arnal Ballester, meine Lehrer an der Massana.

Die Literatur gibt mir Antrieb

Comics mag ich auch sehr und haben mich stark inspiriert, wenngleich ich befürchte, nicht auf dem neuesten Stand zu sein. Mir gefallen Hergé, Yves Chaland, Moebius, die belgisch-französische Schule und die spanischen Comics der 1980-er Jahre mit ihren phantastischen Veröffentlichungen: Cairo, Totem…

Was die Malerei anbelangt, so richte ich mein Augenmerk hauptsächlich auf die Expressionisten. Auch die Romantik und die Gotik inspirieren mich; sie waren hochaktuell!

ilustración f.m. 2

Gehen Sie lieber von einer Geschichte aus, zu der schon eine Erzählung vorliegt und stellen sich die Bilder dazu vor, die Sie hernach zeichnen oder starten Sie lieber von vorne und erzählen die Geschichte anhand der Zeichnung?

Ich gehe viel lieber von einer Geschichte aus und mache sie mir zu eigen. Ich habe es unheimlich genossen, Klassiker wie Tausend und eine Nacht, David Copperfield und Die kleine Meerjungfrau zu illustrieren. Ich liebe Literatur und mich faszinieren die Klassiker. Ich denke, wenn die Geschichte gut ist, kommen die Bilder von ganz alleine und man inspiriert sich leichter, sodass auch das Ergebnis dementsprechend gut ausfällt.

Die Literatur gibt mir Antrieb.

Schlüsselwörter des Beitrags: Interview, Illustrator, Bilderbuch

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