Das Phänomen des Jugendblogs

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Das Phänomen des Jugendblogs

Es gibt immer mehr Jugendblogs auf denen die jungen Leser ihre Vorlieben und Interessen in Bezug auf Literatur zum Ausdruck bringen. Es handelt sich um ein interessantes Phänomen, das es ermöglicht, um die Befindlichkeiten und Bedürfnisse der Leser dieser Altersgruppe zu wissen.

Als eigenartige Erscheinung innerhalb der Welt der Blogs ist die Zunahme von Jugendbüchern zu beobachten, in denen Blogs selbst in den Mittelpunkt der Geschichte rücken bzw. in denen der Blog und die digitale Identität einen bedeutenden Teil von Atmosphäre und Entwicklung der Handlung sowie der Person ausmachen.

Girl Online ist ein Jugendbuch dessen Titelheldin ihre Gedanken auf einem Blog veröffentlicht. Interessanterweise wird der Blog in diesem Buch als Element der Freiheit präsentiert, zur freien Meinungsäußerung in einem schwierigen Alter. Nichtsdestotrotz handelt es sich aber auch um einen Raum, in dem wir etwas vorgeben das wir nicht sind, aus Angst vor der Meinung anderer.

Für die Titelheldin ist ihr Blog zudem ein Platz an dem jeder seine jeweiligen Hobbys und Interessen ausstellen kann; in diesem Fall zeigt uns die junge Verfasserin ihre ersten Schritte in der Welt der Fotografie.

Für Zoella, Blogger-Pseudonym der Buchautorin und selbst bekannte Bloggerin, erklärt uns anhand von Penny, dass wir alle während der Pubertät irgendwie ähnliche Erfahrungen durchmachen. Penny spielt mit der Anonymität des Online-Blogs, die es ihr ermöglicht, ihre Ansichten frei zum Ausdruck zu bringen und ihre Aufnahmen auszustellen, ohne sich voller Panik darum sorgen zu müssen, was die anderen von all ihren Veröffentlichungen halten.

Der Blog ist folglich maßgeblich an der Identitätsbildung der Titelheldin beteiligt, der durch das Spiel mit der Anonymität Gelegenheit geboten wird, ein öffentliches Tagebuch zu führen, das sie unter ihrem richtigen Namen auf gar keinen Fall veröffentlichen würde. Als Penny das Anonymat verliert, kommt ihr auch der Raum abhanden, an dem sie sich frei auslässt, der Ort an dem sie sich ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und ohne Angst vor dem, was die Leute sagen, ausdrückt. Und als die Menschen beginnen sie auch persönlich zu kritisieren, bietet sie mit ihrer eigenen und wirklichen Identität der Welt die Stirn.

Zu erwähnen bleibt, dass Zoella, Autorin und echte Bloggerin und Penny, die Fotografin und Bloggerin in der Geschichte, zwei ganz verschiedene Arten von Bloggern und Teenagern verkörpern. Während Zoella beliebt ist und über Mode, Dekoration und Ernährung spricht, spielt Penny mit dem Klischee des hässlichen Entleins und veröffentlicht auf ihrem Blog ein vermutlich weniger populäres Thema, aus dem sie jedoch Lebenskraft zieht.

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