Dada Company, Bildung und Unterhaltung in Form einer App

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Dada Company, Bildung und Unterhaltung in Form einer App

Nach Ana Domínguez Vizcay

Wer ein Kind und ein Tablet hat, hütet einen Schatz. Wenn Sie zu gleichen Teilen Bildung und Unterhaltung sowie gute Geschichten vermischen, gut durchschütteln und mit der richtigen Dosis Illustration und Musikalität anreichern... Das ist alles. Ein für Kinder bestens geeigneter Cocktail als App serviert.

Etwas in dieser Richtung mussten die Gründer der Dada Company damals um 2011 gedacht haben, als das iPad begann sich auszubreiten und die Welt der Kinderbücher einen neuen Aufschwung erlebte. Sie kamen aus der Grafikdesign-Branche, Werbeagenturen sowie Trickfilmstudios und ließen sich auf das Abenteuer ein. David Yerga, einer der Gründer und amtierender CEO des Unternehmens erläutert scherzend: „Es ergab sich so, dass zweierlei Dinge zum gleichen Zeitpunkt auftraten. Einerseits hatte ich einen iPad und andererseits einen Sohn. Ich dachte, ich hätte etwas zu sagen und wir sahen die Möglichkeit, qualitativ hochwertigen Inhalt für Tablets zu erstellen.”

Es ist gar nicht so einfach zu definieren was sie machen, vor allem weil sie sich auf einem jungen und in ständigem Wechsel begriffenen Markt bewegen. Mit einer Vielzahl von Auszeichnungen gewürdigt entwickeln sie unterhaltsame Anwendungen anhand denen Kinder im Schoß der Familie entdecken, lernen und zu Werten erzogen werden. „Anfangs wollten wir einen Verlag gründen, erklärt David, und waren ganz auf das interaktive Buch konzentriert. Die Idee war, nicht mit einem einzelnen Charakter zu arbeiten sondern die Kindheit zu bereichern, indem wir mit jeder Anwendung verschiedene pädagogische Aspekte, Begriffe und grafische Formate bereitstellten. Anwender einzufangen, mit denen wir wachsen könnten. Jetzt sind wir dabei, eine Wende hin zum digitalen Spielzeug zu vollziehen, denn wir benötigen ein globales Publikum.”

Die ersten beiden Projekte waren „Ins Bett” und „Ich lerne mit den Fahrzeugen”. Ersteres ein Wiegenlied des 21. Jahrhunderts für Babys, wurde von Apple im „Rewind 2011” zu einem der besten 5 Buch-Apps gewählt. Das zweite ermöglicht die Bearbeitung von Klängen, Formen, Nummern und Farben und wurde gerade für fünf Sprachen aktualisiert. Hervorzuheben sind auch „Die vier kleinen Ecken” (Gewinner des Bologna Ragazzi Digital Award 2013), „Marina und das Licht” (Sonderpreis der Jury beim Digital Ehon Award 2014) oder „1000 Abenteuer”, mit Illustrationen von Sebastià Serra. Derzeit verfügen sie über einen Katalog von rund einem Dutzend Anwendungen für Kinder zwischen 0 und 8 Jahren, die in zahlreichen Ländern und insbesondere in Spanien und den USA heruntergeladen werden. USA, Mexiko, Frankreich, England, Deutschland und Kanada.

 

- Welche Werte sind für Sie beim Konzipieren einer Anwendung unerlässlich?

Wir gehen von der Originalität des Konzepts aus, Qualität bei Ausarbeitung und Animation. Und innerhalb dieses Rahmens sind wir bestrebt, dass jede Anwendung mehrere Punkte von Bedeutung aufweist. Dabei kann es sich um das Erlernen der ersten Worte, von Sprachen, von Emotionen durch Musik, universeller Werte, usw. handeln. Zudem haben wir die Theorie der multiplen Intelligenzen einbezogen, d. h. wir legen den Schwerpunkt der Apps mehr oder weniger stark auf acht unterschiedliche Gesichtspunkte: Sprache, Logik-Mathematik, Raumverständnis, Kinästhesie, intrapersonelle Themen, Musik und Natur. Auf diese Weise sind wir in der Lage zu sehen, welche App für ein Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt von Interesse ist.David Yerga

 

- Es entsteht der Eindruck, dass der musikalische Teil in Ihrem Angebot von großer Bedeutung ist.

Wir waren schon immer Musikliebhaber und versuchen damit, die Story zu bestärken. In einigen Fällen wie bei „Marina und das Licht”, bilden die acht darin enthaltenen Lieder eine Art kleinen Soundtrack. Wir haben mit Mapa Música zusammen gearbeitet und jetzt auch mit Daniel Heredero, Komponist der Musik von Pocoyó.

 

- Welche Arbeit steckt hinter Ihren Apps?

Die Entwicklungszeit liegt zwischen vier oder fünf Monaten und zwei Jahren. Der ganze Prozess zur Eingliederung von Interaktivität, Musik, Sprechen (Audio-Aufnahmen), usw. ist sehr komplex. Damit es sich wirtschaftlich gesehen lohnt, muss man eine Menge Apps verkaufen und eine weltweite Zielgruppe erreichen. Deshalb beziehen wir z. B. jetzt mit Apple in der gleichen Anwendung mehrere Sprachen mit ein.

 

- Und doch fällt es dem Publikum oftmals schwer 2 oder 3 Euro für eine App auszugeben.

Das fällt mir auch auf. Der spanische Markt ist noch klein und wir leben in einer Kultur, in der es uns schwer fällt, für solche Dinge zu bezahlen. Heutzutage gibt es zwei Geschäftsmodelle. Das eine funktioniert auf der Grundlage von Werbung, wobei es darauf ankommt, das Kind süchtig zu machen und vielen Eindrücken auszusetzen. Wir haben das Premium-Modell gewählt, ohne eingebaute Werbung und Shopping. Wir möchten, dass die Menschen Spaß an der Anwendung haben und sich nicht um Sicherheitsfragen für Kinder kümmern müssen.

 

- Werden die Apps im Klassenzimmer verwendet?

Wir sind stark auf die Altersgruppe zwischen 0 und 8 Jahren fokussiert und die Tablets werden nach und nach eingeführt. Heute ist es zu Hause einfacher als im Unterricht; sie können jedoch in kleineren Gruppen oder vom Lehrer vorgeführt eingesetzt werden. Tatsächlich wird „Die vier kleinen Ecken” in den USA allgemein von Bibliothekaren und Storytellern genutzt.

 

- Die Eltern stehen vor enormen Schaufenstern voller Apps. Wie wählt man da aus? Welche Ratschläge können Sie ihnen geben?

Zunächst ist zwischen dem Apple-Store und dem Rest zu unterscheiden. Hier gibt es Verleger, vor allem in der Kinderabteilung. Sie wählen die Apps aus, wobei diese eine Reihe bestimmter Qualitätsanforderungen erfüllen müssen. Ich empfehle allerdings, ein wenig Aufwand zu betreiben. Die Bewertungen genau zu lesen, Videos ansehen, Seiten der Entwickler abrufen, bei Empfehlern wie Boolino nachschlagen, usw., damit sie tatsächlich diejenigen Apps herunterladen, die für Ihr Kind interessant sind.

 

Ich schlage Ihnen jetzt eine Auswahl einiger Apps von Dada Company vor:

vier EckenDie vier kleinen Ecken”. Es ist knifflig, dass ein simples Quadrat und ein Haufen farbiger Kreise mit so wenig so viel zum Ausdruck bringen können. Eine Geschichte über Freundschaft, Anpassungsfähigkeit und Gleichheit nach dem Originalbuch von Jérôme Ruillier. Die Videopräsentation lohnt sich.
Marina und das Licht”. Eine wunderschöne interaktive Geschichte ohne Worte. Dementsprechend sind die Versionsmöglichkeiten beim Erzählen unendlich. Die Illustration stammt von Alberto Vázquez (Goya-Preisträger 2012 für den besten Kurz-Trickfilm) und vermittelt gleichermaßen Feinheit und visuelle Stärke. Die Musik ist einfach herrlich.Marina
Die Bäume der Musik”. Ein ausgewachsenes Digital-Spielzeug und eine seiner jüngsten Neuheiten. Klang, Rhythmus, Kreativität und Improvisation sind Hauptdarsteller dieser Applikation, die ideal für die ganze Familie ist. Es werden fünf verschiedene Szenarien mit mehreren musikalischen Grundlagen umrissen, denen ein großer Baum voller überraschender Figuren vorsteht. Zum Spielen mit Freude, im doppelten Sinne des Wortes.

Bauer
Außerdem wurden kürzlich zwei interessante Packs herausgebracht, die jeweils fünf nach Altersgruppen maßgeschneiderte Applikationen enthalten: „Meine ersten Apps” (für Babys und Vorschüler zwischen 0 und 4 Jahren) und „Erstleser” (für Kinder zwischen 4 und 8 Jahren). Sie sind im App Store für jeweils 6,99 € pro Pack erhältlich.Ertlesser

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Schlüsselwörter des Beitrags: Apps, Ebooks, Spiele

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