Abenteuer erlesen

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Abenteuer erlesen

Nach Elisa Yuste

Ob Groß oder Klein, wie alle lieben Abenteuer. Nicht selten lassen wir uns durch mündliche oder schriftliche Erzählungen in vergangene Zeiten oder zukünftige Welten entführen, oder die Bestandteil unseres täglichen Lebens sind, aber mit hochdosierter Action aufgepeppt.

Viele Autoren haben uns in der Geschichte der Literatur Abenteuer erzählt. Ein ganz besonderer Vertreter dieser Gattung ist jedoch Jules Verne mit seinem Werk Eine Reise um die Erde in 80 Tagen.

Dieser visionäre französische Vielschreiber hat über die Jahre unzählige Leserinnen und Leser mit seiner Schilderung der Abenteuer des Briten Phileas Fogg und seines Dieners Jean Passepartout gefesselt. Sie sind eine der Juwelen der Literatur aller Zeiten.

80Wie wir uns erinnern, erzählt Eine Reise um die Erde in 80 Tagen die abenteuerliche Reise des Phileas Fogg in Erfüllung einer Wette mit seinem Kollegen aus dem Reform Club, auf der er die Hälfte seines Vermögens einsetzt und sich verpflichtet, in nur achtzig Tagen um die Welt zu reisen. Dazu benutzt er die Reisemittel, die im 19. Jahrhundert zur Verfügung standen, und lässt sein Projekt in der Morning Chronicle, seiner tagtäglichen Lektüre, veröffentlichen.

Auf seiner abenteuerlichen Reise muss sich dieser pingelige, berechnende und methodische Reisende nicht nur mit den Tücken der verschiedenen Transportmittel auseinandersetzen. Er wird zudem von dem Detektiven Mister Fix verfolgt, der unseren Reisenden verdächtigt, einen Überfall auf die Bank von England verübt zu haben.

Heute genießen wir eine sorgfältig verlegte Edition dieses Werks aus dem Verlag Blume, ein Angebot, das uns aus verschiedenen Gründen, die wir hier erläutern werden, überzeugt:

Zunächst, weil diese Ausgabe den vollständigen Text enthält, ohne Vereinfachungen, wie sie gelegentlich bei dieser Art von Editionen für Kinder und jugendliche Leser zum leichteren Lesen vorzufinden sind, die meines Erachtens fehl am Platze sind. Jede Lektüre hat seine Zeit. Wenn ein Kind oder eine Jugendliche nicht für eine Geschichte bereit ist, weil sie zu kompliziert ist, dann wäre es meine Empfehlung, ein Buch anzubieten, das seinem oder ihrem Lesevermögen entspricht, statt ein Originalwerk zu verfälschen.

Was mir jedoch sehr trefflich erscheint, ist, einen solchen Text mit Bildern auszustatten, besonders wenn dies froggAugenmaß geschieht, wie es hier der Fall ist. Bei kindlichen oder jugendlichen Leseratten werden Bilder bei der Lektüre gern aufgenommen. In unserem Fall stammen die Illustrationen von dem preisgekrönten Robert Ingpen. Sie passen sich dem jeweiligen Handlungsstrang sehr gut an. Sie enthalten Elemente, die den Einfluss der Verfilmung durch Michael Todd erkennen lassen und die grafische Ausstattung bereichern. All dies in Maßen, was mir ebenfalls sehr zusagt, wenn man ein Werk illustriert, das so reich an Beschreibungen und Details ist.

Text und Bilder sind außerdem in einer sehr sorgfältig gebundenen Ausgabe enthalten, die der Ästhetik des Gesamtwerks gerecht wird. Diese Ausgabe entspricht der Ausstattung anderer Titel dieses Verlags, darunter weitere Abenteuergeschichten, unter anderem Titel wie Die Abenteuer des Tom Sawyer, Die Abenteuer von Pinocchio, Die Schatzinsel, Das Dschungelbuch, Alices Abenteuer im Wunderland, Der Zauberer von Oz, Peter und Wendy.

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Schlüsselwörter des Beitrags: klassische Märchen, Abenteuergeschichten, illustrierte Bücher

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